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Reinhard Karsch ergänzt das Team des Historischen Archivs        

von Marie-Luise Orben-Herzog

Wie bereits berichtet, ergänzt Reinhard Karsch unser Team des Historischen Archivs, wobei sein Schwerpunkt den Bereich der Familien- und Ahnenforschung umfasst. Darüber hinaus kann er aber auch zu anderen Themen, die die Geschichte Waldalgesheims betreffen, Auskunft geben.

Wie kam er nun zu diesem Interesse an der Geschichte Waldalgesheims und zum Aufbau seines umfangreichen privaten Archivs, welches Dokumente, Literatur, historische Fotos und Postkarten, Zeitungsartikel sowie eine Fülle eigener Fotografien beinhaltet?

Reinhard Karsch ist 1951 geboren und wuchs in Langenlonsheim im elterlichen Weinbaubetrieb auf. Folgerichtig absolvierte er nach der Schule eine Weinbaulehre und anschließend die Ausbildung zum Weinbautechniker.

Seine spätere Frau Hiltrud aus Waldalgesheim lernte er bereits 1968 in der Berufsschule in Langenlonsheim kennen, die beide zur gleichen Zeit besuchten. Damit war der erste Schritt in Richtung Waldalgesheim getan. Sie heirateten 1974 und bekamen zwei Kinder.

1987 zog er ins Elternhaus nach Langenlonsheim, wo er und seine Familie 18 Jahre lang wohnten. 2006 zog es die Familie wieder nach Waldalgesheim, dahin wo sie sich am wohlsten gefühlt haben.

2005 wurde Reinhard Karsch Mitglied bei den Waldalgesheimer Heimatfreunden. Hier gehörte er von 2007 bis 2011 dem Vorstand an und übernahm in dieser Zeit die Aufgaben des Schriftführers. Er initiierte und unterstützte viele Aktionen und übernahm den Jahresrückblick für die Mitglieder anhand seines umfangreichen Fotomaterials.

Der Fotografie widmete er sich bereits seit 1974. Zu dieser Zeit schaffte er sich seine erste professionelle Fotoausrüstung an, war Mitglied des Fotoclubs Bad Kreuznach, besuchte Seminare, fotografierte bei Veranstaltungen und Aktionen. In zahlreichen Bildern hielt er über die Jahre die Straßen und Häuser von Waldalgesheim fest und dokumentierte damit die Veränderungen des Ortes.

Sein Interesse an der Familien- und Ahnenforschung entstand aus der eigenen Lebensgeschichte heraus. So forschte er zunächst zu seiner Herkunftsfamilie und zur Familie seiner Frau.

Seit 1996 ist er Mitglied der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, Bezirksgruppe Nahe-Rhein-Hunsrück mit Sitz in Weinsheim bei Bad Kreuznach.

Bedeutend für seine Forschungsarbeit war die Bekanntschaft mit Fritz Schramme, der sich bereits mit der Waldalgesheimer Geschichte und der Erforschung Waldalgesheimer Familien befasste. [1] Nach dem Tod von Fritz Schramme 2017 rettete Reinhard Karsch dessen Forschungsmaterial, insgesamt 70 Bananenkisten, vor der Vernichtung. Da die Aufbewahrung in der eigenen Wohnung problematisch war, wurden die Kisten zunächst in den Räumlichkeiten der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, Bezirksgruppe Nahe-Rhein-Hunsrück in Weinsheim zwischengelagert. Nach dem Übergang in die Rente im selben Jahr hatte Reinhard Karsch einen neuen „Vollzeitjob“. Pro Woche nahm er sich ein bis drei Kisten vor, sortierte die Materialien und scannte sie ein. Sie stellen einen bedeutenden Baustein für die Fortführung seiner eigenen Forschungsarbeiten dar, deren Grundlage die alten Kirchenbücher der römisch-katholischen und evangelischen Kirchengemeinden Waldalgesheim, Rümmelsheim und Genheim von1600 bis 1900 sind. So ist der Schwerpunkt seines heutigen Arbeitens die Forschung zu den Waldalgesheimer Familien geworden, die er beständig weiterführt und die seine Zeit vollkommen in Anspruch nimmt. 10.800 Einträge zu katholischen und 9600 Einträge zu evangelischen Personen mit Bezug zu Waldalgesheim, Rümmelsheim und Genheim hat er bereits erfasst und digitalisiert, wobei die Erfassung der evangelischen Einträge noch nicht abgeschlossen ist. Sein Wunsch ist die Verfassung eines Familienbuches mit den Ergebnissen seiner Forschung zu den Waldalgesheimer, Rümmelsheimer und Genheimer Familien.

Dem Historischen Archiv hat Reinhard Karsch eine große Anzahl von Materialien zur Geschichte Waldalgesheims aus seinem privaten Archiv in digitaler Form überlassen und damit den Bestand unseres Archivs um bedeutsame Unterlagen erweitert.

Mit welchen Anliegen kann man sich an Reinhard Karsch wenden?

Alles, was den Bereich Familienforschung mit Bezug zu Waldalgesheim, Rümmelsheim und Genheim betrifft, ist Reinhard Karschs Spezialgebiet. Hierzu kann man ihn per E-Mail kontaktieren über

reinhard.karsch@heimatfreunde-waldalgesheim.de

Im direkten Austausch mit dem Anfragenden ergeben sich oft wichtige Hinweise, die bei der Suche weiterhelfen. Die Suche beginnt im eigenen Archiv auf der Grundlage der Kirchenbücher aus dem Zeitraum 1600 bis 1900.

[1] Fritz Schramme (09.03.1928 – 10.04.2017): Am 1. Dezember 2004 erhielt Fritz Schramme zusammen mit Erika Bayer und Hugo Ohler den Kulturpreis der Ortsgemeinde. Er hat das alte Dorf, das dem Bergbau zum Opfer fiel, kartiert und die Gebäude und ihre Besitzer über Generationen hinweg chronologisch aufbereitet. Er ermittelte über 16.000 Daten, mit denen die Verwandtschaftslinien der einzelnen Familien bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts zurückverfolgt werden können. Hierbei unterstützte ihn die gebürtige Waldalgesheimerin Erika Bayer, geb. Sinß (08.05.1933 -12.06.2013) mit ihren Kenntnissen zu den alten Waldalgesheimer Familien und besonders auch bei der Sichtung von Kirchenbüchern und der Entzifferung und Übersetzung alter Handschriften und Urkunden. Lebendiges Waldalgesheim, Heft 14, S. Geschichte und Aktivitäten des Vereins der Heimatfreunde Waldalgesheim e.V. (Paul Herzog)